Rasanter Anstieg von BTV-8: aktuelle Lage, Symptome und Schutzmaßnahmen
Weltweit sind 24 verschiedene Serotypen bekannt. In Österreich wurden im September 2024 erstmals die Serotypen 3 und 4 nachgewiesen. Anfang August 2025 folgten die ersten Fälle des Serotyps 8 in Kärnten und der Steiermark. Damit sind aktuell drei verschiedene Serotypen in Österreich im Umlauf.
Vor allem in Kärnten kommt es derzeit zu einer starken Verbreitung des Serotyps 8, teilweise mit schweren Krankheitsverläufen und auch Verendungen bei Rindern und Schafen. Der Serotyp 8, der sich in den vergangenen Wochen von den Balkanländern über Italien nach Norden bewegt hat, wurde bereits in über 80 Rinderbetrieben in Kärnten nachgewiesen. Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl betroffener Betriebe deutlich höher liegt.
Klinische Symptome
Infizierte Rinder zeigen unter anderem:
- Schleimhautläsionen am Flotzmaul
- Fieber
- Appetitlosigkeit und reduzierte Futteraufnahme
- Lahmheiten
Vorbeugung und Prävention
Da das Virus vor allem durch blutsaugende Insekten übertragen wird, ist ein konsequenter Insektenschutz von großer Bedeutung. Die Behandlung der Tiere mit Repellentien kann das Risiko einer Ansteckung deutlich verringern.
Aufgrund der Biologie des Erregers und seiner Überträger ist davon auszugehen, dass sich der Seuchenzug bis in den Herbst hineinziehen wird. Für den Menschen sind sowohl die Krankheit als auch der Verzehr tierischer Produkte ungefährlich.
Weitere Präventionsmaßnahmen betreffen den Schutz der Bestände vor den Überträgern, den Gnitzen:
- Feuchte Stellen, an denen Gnitzen ihre Eier ablegen (z. B. Wasserlacken, feuchtes Laub, Gülle, Regentonnen), sollten beseitigt oder abgedeckt werden.
- Stallhaltung in der Nacht bzw. in der Dämmerung kann die Exposition reduzieren.
- Der gezielte Einsatz von Insektenabwehrmitteln (Repellentien) kann die Tiere zusätzlich schützen.
Impfung als wichtigste Vorsorgemaßnahme
Um Tiere vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen, stehen derzeit mehrere Impfstoffe gegen die Blauzungenkrankheit zur Verfügung. Auch ein Kombinationsimpfstoff gegen die Serotypen 4 und 8, der aktuell eingesetzt werden kann. Gegen den Serotyp 3 steht ein temporär zugelassener Impfstoff zur Verfügung.
Wichtig bleibt: Es sollten ausschließlich gesunde Tiere geimpft werden, um einen bestmöglichen Impfschutz und eine sichere Anwendung zu gewährleisten.
Meldepflicht
Bei Verdacht auf ein Auftreten der Blauzungenkrankheit am Betrieb ist umgehend die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde zu informieren.
FAQs: Blauzungenkrankheit (Bluetongue, BTV, BT) | Landwirtschaftskammer Österreich
Autorin: Mag. Vera Hinteregger